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Mein Schiff 1 Bewertung

Bewertung

Mein Schiff 1

Einleitung

Kreuzfahrten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Konzept dahinter ist ein Mix aus Luxushotel und Abenteuerreise. Die Kreuzfahrtschiffe selber entsprechen einem Standard vergleichbar mit einem fünf Sterne Hotel. Dazu kommt noch der Vorteil, dass das schwimmende Hotel einen an täglich neue und unbekannten Orte bringt. Und das alles zu oft erschwinglichen Preisen. Gleichzeitig ist das Angebot an Reedereien und Kreuzfahrtschiffen in den letzten Jahren förmlich explodiert, so dass die Auswahl des richtigen Schiffes ähnlich schwer fallen kann, wie die Auswahl des richtigen Hotels. Als einer der vielen Anbieter verspricht TUI Cruises eine Kreuzfahrt auf „Wohlfühlniveau“. Mit dem ungewöhnlichen Schiffsnamen „Mein Schiff“ sollen Gäste eine einmalige Kreuzfahrt erleben – die keine Wünsche offen lässt. Wir haben deswegen an Bord der Mein Schiff 1 eingecheckt und zwei Wochen die Karibik unsicher gemacht. Ob die Mein Schiff 1 dabei auch „unser“ Schiff wurde, erfahrt ihr in unserem Bericht.

Ein erster Überblick

Mit der Mein Schiff 1 begann TUI Cruises 2009 den Urlaubsmarkt auf hoher See zu entern. Schon 2011 holten sie sich die Mein Schiff 2 an Bord. Bei den beiden Schiffen handelt es sich aber nicht um einen Neubau, vielmehr wurden sie speziell an die Vorstellungen von TUI Cruises angepasst und umgebaut. Beide Schiffe gehörten zunächst der Reederei „Celebrity Cruises“ an. Aktuell befindet sich die Mein Schiff 3 im Bau, die bei Fertigstellung sowohl das neueste Schiff, als auch der erste Neubau für TUI Cruises sein wird.
Die Mein Schiff 1 wurde 1996 in Dienst gestellt und gehört damit zu den etwas älteren Schiffen der aktuellen Kreuzfahrtschiffe. Bei der Übernahme 2009 durch TUI Cruises wurde das Schiff für etwa 50 Millionen Euro komplett umgebaut und 2012 erneut renoviert. Mit 961 Kabinen können sich insgesamt 1.924 Passagiere gleichzeitig auf dem Schiff befinden. Im Vergleich dazu bietet die „Norwegian Epic“ der Reederei „Norwegian Cruise Line“ Platz für 4.631 Passagiere. Wer den Trend Richtung „Megaschiffe“ ausweichen möchte, ist auf der Mein Schiff 1 schon einmal gut aufgehoben. Auf zehn Decks bietet das Schiff insgesamt neun Restaurants und Bistros, acht Bars sowie drei Lounges an. Dazu kommen noch das Sonnendeck mit fast 12.000 m² und ein SPA-Bereich dazu.

Der erste Eindruck

Bei TUI Cruises dreht sich alles um den Begriff „Wohlfühlen“, weswegen wir genau darauf geachtet haben, ob sich dieses Gefühl auch bei uns einstellt. Vom ankommenden Flughafen auf Barbados wurden wir direkt mit den Bussen zum Hafen gebracht. Eine Passkontrolle oder das Abholen der Koffer am Flughafen entfiel. Am Hafen angekommen erwartete uns dann doch ein kurzes Unwohlsein, nämlich das Einchecken am Schiff. Dort mussten wir uns in eine elend lange Schlange einreihen und insgesamt über eine Stunde warten, bis wir endlich unsere Bordkarten erhielten. Zwar muss man diese Prozedur auch bei anderen Schiffen durchleben, doch nach 10 Stunden Flug gibt es sicherlich schöneres. Wer dagegen eine (Junior-) Suite gebucht hat, kommt grundsätzlich um Anstehen herum und darf direkt auf das Schiff gehen. Zum Glück sind solche Prozeduren einmalig zu Beginn der Reise. Im Anschluss ging es dann endlich auf das Schiff und nach einem Willkommens-Drink auch auf die Kabine. Die Koffer selber waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Kabine, sondern kamen erst viele Stunden später. Deswegen ein Tipp von uns. Lieber ein paar Wechselklamotten mit in das Handgepäck nehmen, um sich auf der Kabine umziehen zu können. Das ist nämlich wesentlich angenehmer, als den restlichen Abend (Tag) in Reisebekleidung zu verbringen. In unserem Fall kam noch dazu, dass bei Abflug -5 °C in Deutschland herrschten, während in der Karibik auch nachts Temperaturen von 25 °C nicht unüblich sind.

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Nach dem Aufsuchen unserer Kabine machten wir zunächst einen kurzen Abstecher in eines der zahlreichen Restaurants zur Stärkung des eigenen Wohlbefindens bevor es dann zur Seenotrettungsübung ging. Seit dem Costa-Unglück sollte jedem bewusst sein, das eine solche Übung sinnvoll ist, auch wenn einige Gäste nur widerwillig an dieser teilnehmen wollen. Wir würden uns aber wünschen, dass die Rettungsübung im Falle der Mein Schiff 1 zeitlich etwas verlagert werden würde. Wir selber kamen mit unserer Maschine erst am späten Abend an, so dass wir zwischen Betreten des Schiffes und der Übung nur etwa eine Stunde Zeit hatten. Da die Restaurants aber kurz vor Beginn der Übung schließen und an diesem Abend auch nicht mehr öffnen, verlief das erste Abendessen doch etwas hektisch. Dazu kommen noch die ersten Orientierungsschwierigkeiten, so dass der Anreisetat insgesamt, auch nach dem Betreten des Schiffes, direkt kein umfassendes Wohlfühlempfinden aufkommen ließ. An der Organisation und der Logistik am Anreisetag sollte TUI vielleicht noch etwas schrauben (zumindest bei Anreisen in die Karibik).

Doch spätestens nach der Rettungsübung begann dann wirklich der Urlaub, und es sei schon an dieser Stelle verraten, dass TUI Cruises sein Wohlfühl-Konzept wirklich gut umgesetzt hat und wir uns wirklich zur jeder Zeit entspannt gefühlt haben.

Kabinen

Auf der Mein Schiff 1 gibt es sechs unterschiedliche Kabinentypen zu teils sehr unterschiedlichen Preisen. Entsprechend gut muss man schon bei der Buchung überlegen, welcher Kabinentyp bevorzugt wird. Schließlich ist die Kabine eines der Kernelemente auf einer Kreuzfahrt, denn nur wer gut schläft, kann auch den Tag genießen. Andererseits ist die richtige Kabine auch eine Glaubensfrage. Die einen benutzen die Kabine tatsächlich nur zum Schlafen und nehmen sich entsprechend eine Innenkabine. Andere dagegen benötigen auf jeden Fall ein Fenster und wieder andere möchten schon morgens auf dem Balkon frühstücken. Wir hatten während unseres Aufenthalts die Möglichkeit, kurz einige Kabinentypen anschauen zu können und stellten fest, dass die Kabinen den 360 Grad Bildern auf der Homepage von TUI Cruises größtenteils entsprechen. Wir verzichten deshalb an dieser Stelle auf separate Bilder. Vielmehr könnt ihr unter diesem Link die 360 Grad Bilder ansehen.
Die Kabinen sind modern und in einem hellen Holz eingerichtet sowie mit Teppich ausgestattet. Die Suiten haben zusätzlich einen separaten Wohnraum, der mit Parkettboden ausgestattet ist. Die Größe der Kabinen variieren zwischen 16 m² bis hin zu 49 m². Das Badezimmer ist funktional ausgestattet und bietet einen guten Standard. Selbstverständlich können die sog. Nasszellen mit normalen Badezimmergrößen nicht mithalten und Platzangst darf man auch nicht haben. Die Juniorsuiten bieten anstatt einer Dusche eine Badewannenkombi. Die Suiten haben sowohl eine Dusche als auch eine Badewanne.

Sehr interessant sind die Verandakabinen, die wir so auf noch keinem anderen Schiff gesehen haben. Diese sind von Größe und Ausstattung identisch zu den Außenkabinen, besitzen aber einen größeren Balkon als die Balkonkabinen haben. Sie bieten nicht nur Platz für eine zusätzliche Liege, sondern auch noch für eine Hängematte. Für Gäste die ungerne das Pooldeck besuchen, aber auf den Komfort einer Liege nicht verzichten möchten, ist dieser Kabinentyp optimal.
Ausgestattet sind alle Kabinen mit ausreichend großen Schränken sowie Kommoden in denen auch bei einer zweiwöchigen Fahrt alle Kleidungstücke untergebracht werden können. Selbstverständlich gibt es auch einen Safe, der wie immer etwas klein ausfällt. Auch ein Flatscreen mit etwas eingeschränktem Unterhaltungsprogramm ist mit an Bord. Außerdem gibt es auf allen Kabinen einen Nespresso-Automaten, an dem täglich zwei Kapseln ohne Aufpreis benutzt werden können. Als weitere Aufmerksamkeit befindet sich in jeder Kabine eine frische rote Rose und jeden Abend gibt es eine neue kleine Tafel Schokolade in wechselnden Geschmacksrichtungen. Das Housekeeping war mehr als zuvorkommend und hat das Zimmer täglich zweimal gründlich gereinigt sowie auf Wunsch die Handtücher gewechselt. Insgesamt waren die Kabinen sehr sauber und entsprachen einem sehr guten Standard.
Leider gibt es auf der Mein Schiff 1 eine Reihe von Kabinen, die das Reiseempfinden sehr schmälern können. Betroffen sind alle Kabinen im Heckbereich von Deck 4 bis mindestens Deck 9. Dort nämlich erlebt man beim Betrieb der Querstrahlanlagen (damit kann sich das Schiff um die eigene Achse auf der Stelle drehen) eine böse Überraschung. Durch diese entstehen nämlich so starke Vibrationen, dass dieses am ehesten mit einem Presslufthammereffekt beschrieben werden kann. Dies garantiert ein unsanftes Erwachen aus dem Schlaf. Wir selber hatten eine Kabine auf Deck 8 im Heckbereich und erhielten an jedem Landtag gegen sechs Uhr morgens eine unfreiwillige Rütteleinheit. Knarzende Geräusche der Kabine gab es inklusive. Für Frühaufsteher „optimal““, da kein Wecker vonnöten, doch für alle anderen kein guter Start in den Tag. Zwar ist es üblich, dass eine solche Technik nicht ohne Vibrationen auskommt, doch nicht so stark. Nach Rücksprache mit der Bordreiseleitung wurde uns mitgeteilt, dass dieses Problem bekannt sei, aber nicht behoben werden könne. Entsprechend ist dieser Effekt auf Deck 4 am stärksten wahrzunehmen. Ob das Problem nun mit dem Alter des Schiffes zu tun hat oder durch eine fehlerhafte Konstruktion des Heckbereiches des Schiffes im Zusammenhang steht – darüber können wir nur spekulieren. Fakt ist aber, dass die Kabinen im Heckbereich einem den Schlaf rauben können. Ein Umstand der heutzutage eigentlich nicht mehr auftreten dürfte. Wir empfehlen deswegen allen Reisenden ausdrücklich, im Vorfeld eine Kabine zu wählen, die möglichst weit weg vom Heck liegt. Eine Entwarnung gibt es aber dennoch. Während der eigentlichen Fahrt sind, außer den normalen Schiffsbewegungen, keine Vibrationen zu spüren. An den Seetagen ist ausschlafen also möglich.

Speisen / Getränke

Ein weiteres Kernelement einer jeder Kreuzfahrt ist das leibliche Wohlbefinden an Bord. Schließlich möchte man auf hoher See eine interessante und abwechslungsreiche Küche erleben. TUI Cruises wirbt auf ihren Reisen mit dem Konzept „Premium Alles Inklusive“. Das darunter nicht alles fällt, sei schon einmal vorweggenommen. Insgesamt hat uns das Konzept aber sehr überzeugt und verdient auch wirklich seinen Namen. Bis auf die drei Themenrestaurants (Surf & Turf, Richards Feines Essen, Sushi Bar) können alle Restaurants ohne Aufpreis genutzt werden. Neben dem Atlantik Restaurant, indem es á la Carte jeweils zwei sechs Gänge Menüs gibt, die nach Lust und Laune kombiniert werden konnten, werden der Anckelmannsplatz als Buffetrestaurant, das Bistro La Vela indem es frei auswählbare und frisch zubereitete Pizzen und Pasta gibt, das Cliff 24 indem rund um die Uhr frisch zubereitete Speisen angeboten werden sowie das Restaurant GOSCH angeboten. Letztes darf als Highlight auf der Mein Schiff 1 angesehen werden. In diesem werden, ebenfalls inklusive, die bekannten GOSCH-Sylt Gerichte frisch zubereitet und serviert. Außerdem kann man sich jederzeit, auch auf die Hand, ein frisch zubereitetes Krabbenbrötchen bestellen. Entsprechend war das GOSCH-Restaurant auf unserer Fahrt täglich gut besucht, weshalb wir eine rechtszeitige Tischreservierung empfehlen.

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Zudem gab es noch vielfältige Eventbuffets an den Seetagen. Karibisches Buffet, Kaviarfrühstück, Austernverköstigung und vieles mehr stand auf dem Programm und hat die sowieso schon sehr gute Auswahl an Gerichten noch einmal getoppt.
Die Qualität der Gerichte und die Vielfalt derer waren zu jeder Zeit absolut hochwertig und wir hatten sehr viel Spaß am probieren und verköstigen. Die Auswahl war enorm und auch beim Frühstück konnte man jeden Tag etwas Neues entdecken.
Zu den klassischen Gerichten gesellt sich zudem noch das „ganz schön Gesund“ Konzept dazu. Diese Gerichte werden speziell auf die Ernährung abgestellt, ohne Dröge zu wirken. Damit soll gezeigt werden, dass gesundes Essen nicht langweilig sein muss. Nach unserer Meinung ging dieses Konzept auf.

Dazu gibt es eine vielfältige Getränkekarte, in der der überwiegende Teil inklusiv ist. Wirklich gut gefallen hat uns die Tatsache, dass die angebotenen Getränke Markenwaren sind und keine günstigen Zweitprodukte. So bekommt man tatsächlich seine Cola oder auch den beliebten Aperol, sowie zahlreiche weitere bekannte Markenspirituosen, gereicht. Auch die Gesamtanzahl der inklusiven Getränke war enorm. Softgetränke, bekannte Cocktails, Wein und Sekt, bis hin zu den Whiskymarken ist alles Inklusive. Nur die wirklich hochwertigen und teuren Marken muss man gegen Entgelt erwerben. Wir selber haben auf diese Zusatzangebote nicht zurückgreifen müssen.

Unterm Strich ist das „Premium Alles Inklusive“ zum Glück keine Mogelpackung sondern ein vollwertiges Konzept was seinen Namen verdient.
Wem dies alles noch nicht reicht, der kann auf die drei genannten Themenrestaurants zurückgreifen. Diese bieten, gegen einen Aufpreis, weitere Gerichte in einem spezielleren und privateren Ambiente an. Wir selber haben das Surf & Turf ausprobiert und mussten feststellen, dass der sowie schon sehr hohe Standard der Gerichte kaum mehr getoppt werden konnte. Sicherlich war es für uns noch ein kleines Erlebnis, unbedingt empfehlen können wir es aber nicht. Unverständlich an dieser Stelle ist, dass die Inklusivgetränke in diesen Restaurants nicht inklusive sind. Damit kosten nicht nur die Speisen einen Aufpreis, auch die normalerweise kostenlosen Getränke müssen bezahlt werden. Eine Tatsache, dass zum ansonsten sehr guten „Premium Alles Inklusive“ Konzept nicht passt. Wir finden, dass die sowieso schon inkludierten Getränke auch in den Themenrestaurants inklusive sein sollten.
Sowohl bei der Qualität der Gerichte und der Getränke als auch von der Vielfalt derer sind wir im Nachhinein sehr überzeugt. Innerhalb der zwei Wochen gab es kaum Wiederholungen, so dass wir uns jeden Abend erneut überraschen lassen konnten. Im Vergleich zu anderen Schiffen haben wir eine solche Vielfalt noch nicht erleben dürfen. Außerdem war es sehr angenehm, dass wir nicht ständig über Preise bei Getränken und Gerichten nachdenken mussten, was sicherlich auch ein Kernkriterium des „Wohlfühlkonzepts“ ist. Insgesamt ist das „Premium Alles Inklusive“ Paket sehr gut gelungen und obwohl das meiste inklusive ist, leidet darunter nicht die Qualität.

Service

Ebenfalls entscheidend für den Wohlfühlfaktor auf einem Schiff ist die Servicequalität der Besatzung. Wie schon erwähnt, war das Housekeeping sehr aufmerksam und gründlich. Doch auch die restliche Crew war zu jeder Zeit freundlich und für einen Schnack bereit. Die Bordsprache auf der Mein Schiff 1 ist deutsch, entsprechend viele Deutsche waren auf dem Schiff beschäftigt. Aber auch die restliche nicht deutsche Besatzung, die die Mehrheit der Besatzung ausmacht, konnte oftmals deutsch sprechen (Crewsprache ist Englisch). Sollte es dann doch einmal zu Verständigungsproblemen kommen, so ist ein deutschsprachiges Besatzungsmitglied nicht weit entfernt und übersetzt gerne. Wir gehen aber davon aus, dass die meisten Gäste der englischen Sprache mächtig sind.

Überrascht waren wir aber von der stark schwankenden Servicequalität im Atlantikrestaurant. Im Hauptrestaurant der Mein Schiff 1 können Gäste auf zwei Ebenen speisen, die durch eine große Treppe miteinander verbunden sind. Entsprechend wird man auf jeder Ebene von einem anderen Tischeinweiser empfangen. Leider machte es den Anschein, dass die Tischeinweiser nicht ausreichend miteinander kommunizieren. Sobald nämlich eine Ebene belegt war, wurde man mit dem Hinweis, dass es in der anderen Ebene noch freie Plätze gab, dorthin begleitet, dann aber stehengelassen bis man selbständig den neuen Tischeinweiser auf seine Lage hinwies. Dieser hatte dann aber oftmals eine ganz andere Sicht der Dinge und verwies uns freundlich wieder nach oben. So haben wir es mehrmals erleben müssen, dass wir mitunter minutenlang durch das Restaurant ohne konkrete Angaben irrten. Leider ist auch eine Reservierung nicht möglich, weshalb an dieser Stelle unbedingt nachgebessert werden muss.
Aber auch am Tisch selber war die Servicequalität unterschiedlich. Während einige Kellner sehr freundlich waren und sowohl flink als auch Kompetent die Bestellungen und Wünsche aufnahmen, wirkten andere sehr überfordert oder lustlos. Verwechselte oder Vergessene Gerichten waren dann die Folge. Teilweise waren die Fehler schon sehr frappierend. Während ansonsten die Besatzung sehr kompetent war, fehlte gerade im Hauptrestaurant der Feinschliff.
Über diese kleinen Dinge konnten wir aber schnell hinwegsehen, so dass wir uns insgesamt immer gut aufgehoben fühlten. Aber auch bei Nachfragen, sowohl an der Rezeption als auch bei der Bordreiseleitung haben wir immer zuverlässige und freundliche Antworten erhalten. Insgesamt hat man den hohen Standard deutscher Hotelgastronomie auch auf dem Schiff wiedererkennen können.

Unterhaltung

Die Unterhaltung an Bord ist immer wieder ein sehr emotionales Thema. Während einige Urlauber so viel Ruhe und Entspannung wie möglich suchen, wollen andere möglichst viel unterhalten werden. Ein gutes Mittelmaß für den Gastgeber zu finden ist dabei die Kunst. Es sei gesagt, wer viel Feiern möchte ist auf der Mein Schiff 1 am falschen Ort. Andererseits gibt es auch keinen Totentanz. Schon standardmäßig eingebaut, besitzt die Mein Schiff 1 ein Theater, indem all abendlich eine Bühnenshow dargeboten wird. Dabei wechselt das Programm zwischen klassischen Shows, wie dem Zusammenschnitt mehrerer berühmter Musicals, bis hin zu guten Eigenproduktionen. Es gab während unserer Zeit an Bord täglich ein anderes Programm. Die professionellen Künstler haben dabei immer eine gute Figur gemacht. Besonders hervorheben möchten wir, dass alle Künstler zu jeder Zeit live gesungen haben.
Aber auch abseits des Theaters kann man viel auf dem Schiff erleben. Neben den gängigen Bingo- und Shuffleboardturnieren, gab es an den Seetagen immer ein Showprogramm auf dem Pooldeck. Außerdem spielten mehrere Bands auf dem Schiff und auch eine Disko fehlte natürlich nicht. Außerdem gab es noch viele kleinere Veranstaltungen wie Vorlesungen, Kochshows, Malprogramme und vieles mehr. Ein Kids- sowie Teensclub ist auch mit an Bord.

Abgesehen von den aufgezählten Punkten hielt sich das Animationsprogramm ansonsten bedeckt. Jeden Abend erhält man auf die Kabine das Tagesprogramm für den kommenden Tag, um sich in Ruhe auf seine persönlichen Aktivitäten vorbereiten zu können. Zwei Eigenheiten gibt es dann aber doch, denen man zwangsweise beiwohnen muss. Zum einem gibt sich der Hoteldirektor mehrmals am Tag die Ehre, per Borddurchsage noch einmal auf die Programmhighlights hinzuweisen. Dieses ertönt in allen Bereichen des Schiffes, nur in der Kabine wird es (zum Glück) nicht durchgesagt. Außerdem wird bei jeder Ausfahrt aus einem Hafen die „Mein Schiff Hymne“ abgespielt. Das mag ganz nett sein, aber spätestens nach dem sechsten Mal doch etwas eintönig. Auch diese wird, ausgenommen den Kabinen, durch das gesamte Schiff gespielt. Aber gut, so etwas sollte man entspannt sehen. Wir zumindest taten dies.

Pooldeck

Herzstück eines jeden Kreuzfahrtschiffes ist das Pooldeck. Gerade tagsüber ist dies Dreh- und Angelpunkt für die Urlauber. Die Mein Schiff 1 besitzt ein Pooldeck mit zahlreichen Sonnenliegen. Es gibt dort zwei Pools. Einen flachen Pool für Kinder und entsprechend einen tieferen für die Erwachsenen, der mit Meersalz gefüllt ist. Außerdem gibt es noch drei Whirlpools. Um die Schwimmbecken herum befinden sich auf zwei Ebenen die Sonnenliegen. Da diese ohne Sonnenschirme auskommen müssen, gibt es entweder nur die Möglichkeit komplett in der Sonne oder im Schatten zu liegen. Gerade an den Seetagen war bei uns das Pooldeck, verständlicherweise, sehr gut gefüllt, so das wir oftmals keine freien Liegen auf Anhieb finden konnten.

Außerdem gibt es im Poolbereich einen Bereich mit Hängematten sowie Sonnenkörben, letzte gegen Aufpreis. Wem es direkt am Pool zu laut oder zu hektisch ist, der kann an den Seiten sowie im vorderen und hinteren Bereich des Schiffes weitere Sonnenliegen benutzen. Interessant ist vor allem der Bugbereich, da nur dort Holzliegen mit einer Schaumstoffmatte stehen, die im Vergleich zu den restlichen Liegen wesentlich angenehmer sind. Dort ist es immer sehr ruhig und wir hatten den Eindruck, dass viele Gäste diesen Bereich gar nicht entdeckt haben. Sehr zu empfehlen.
Damit einige „Spezialkandidaten“ von Urlaubern ihre Liege nicht dauerhaft mit dem Handtuchtrick belegen können, um danach stundenlang zu verschwinden, gibt es die Order an die Crew, unbenutzte Liegen nach 30 Minuten zu räumen. Dieses Vorgehen erzürnt natürlich das Gemüt einiger Gäste, doch so bleibt es fair für alle.

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Spa

Der Spa Bereich befindet sich im vorderen Bereich des Schiffes und bietet zahlreiche Behandlungen gegen Aufpreis. Vor jeder Behandlung wurden wir zunächst freundlich begrüßt und darüber aufgeklärt was uns erwarten wird. Insgesamt waren alle Behandlungen sehr professionell durchgeführt worden, so dass die Entspannung noch einmal mehr in den Körper einkehren konnte. Da wir das Spa Programm aber nicht intensiv genutzt haben, können wir nur begrenzt unsere Erfahrungen kundtun.

Ausflugsziele

Was wäre eine Kreuzfahrt ohne Landausflüge. Gerade das macht doch eine solche Reise aus. Jeden Morgen einen neuen Hafen anlaufen und neue Entdeckungen machen. Leider sind oftmals die Liegezeiten der Schiffe kurz bemessen. Umso wichtiger ist eine entsprechend gute Planung im Vorfeld. TUI Cruises bietet, zumindest in der Karibik, für jede Insel dutzende von Ausflugsmöglichkeiten an. Diese können entweder im Vorfeld der Reise oder direkt auf dem Schiff gebucht werden. Dafür steht ein eigener Bereich mit Tourguides zur Verfügung, die einem bei der Wahl der richtigen Ausflüge zur Seite stehen. Aber auch außerhalb der Öffnungszeiten können Ausflüge bequem per Touchscreencomputer gebucht werden. Vorteil eines solch gebuchten Ausfluges ist natürlich die Tatsache, dass alle Notwendigkeiten für einen organisiert wird und man nur pünktlich zum Start des Ausfluges am Treffpunkt erscheinen muss.

Doch sind solche Ausflüge natürlich nicht ganz günstig. Unserer Meinung nach sind die Preise zwar fair gehalten, gehen aber bei einer zweiwöchigen Kreuzfahrt schnell ins Geld. Hier lohnt sich deswegen ein Blick in die Beschreibung des Ausfluges. Denn nicht alles muss wirklich über das Schiff gebucht werden. Wer den Mut aufbringt, direkt am Hafen eine der zahlreichen lokalen Ausflugsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, kann viel Geld sparen. Wir selber haben keine negativen Erfahrungen mit lokalen Anbietern gemacht. Man sollte aber darauf achten, nur zertifizierte Taxen und Reisebusse zu nutzen.
Auch die offiziellen Strandtransfers sollte man nicht vom Schiff aus buchen. Diese kosten im Schnitt etwa 30 Euro für Hin- und Rückfahrt und sind unserer Meinung nach viel zu teuer. Besser ist es direkt am Hafen ein Taxi zu nehmen. Für ein Bruchteil des Geldes kann man dann an seinen Wunschstrand fahren.
Sehr schön und sehr zu empfehlen sind die Fahrradtouren die vom Schiff angeboten werden. Mit gut ausgestatteten Fahrrädern haben wir einen sehr interessanten und sportlichen Tag auf St. Maarten erlebt. Unser Fahrradguide war immer ein guter Ansprechpartner und konnte uns viel über die Insel erzählen. Die Fahrradtouren werden auf den Inseln in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden angeboten.
Wem die Auswahl der Ausflüge zu vielseitig ist, kann sich außerdem zwei Abende vor Erreichen des Ziels eine ausführliche Präsentation im Theater ansehen. Dort werden einem die Ausflüge sowie die Reiseziele präsentiert und es bleibt genügend Zeit um individuelle Fragen zu stellen. Spätestens dann sollte man wissen, wie man den Tag auf Land gestalten möchte.

Preis / Leistung

Vergleicht man die Preise einer Reise mit der Mein Schiff 1 zu anderen Kreuzfahrten, so befindet sich TUI Cruises etwa im Mittelfeld. Interessanter ist deswegen ein Blick auf die angebotenen Leistungen zu werfen. Dabei fällt schnell auf, dass das Konzept des „Premium Alles Inklusive“ zwar kein Alleinstellungsmerkmal ist, in seiner Form aber überzeugen kann. Dieses ist nämlich auf allen Reisen von TUI Cruises im Standardpaket enthalten und muss nicht, wie bei vielen anderen Reedereien (soweit vorhanden) gegen Aufpreis dazu gebucht werden.

Einen ständigen Blick auf das wachsende Bordkonto bleibt einem damit erspart. Dieses Konzept von TUI Cruises erhöht natürlich den Gesamtpreis der Reise, befindet sich aber in einem nachvollziehbarem Rahmen.
Ein weiterer Preisfaktor ist der ausgewählte Kabinentyp. Ausreichend „Kleingeld“ vorausgesetzt, kann so auch eine (Junior-) Suite bezogen werden. In diesen Fällen erhält man zusätzlich Zugang zur X-Lounge. Dieser separate Bereich bietet neben einer herrlichen Aussicht auch kleinere Speisen, sowie eine persönliche Betreuung. Zu den angebotenen Ausflügen sei, wie schon oben, erwähnt, dass die Preise insgesamt fair, wenn auch nicht ganz günstig sind. Wer gut plant kann hier viel Geld sparen. Wir selber sind der Meinung, dass wir für unser Geld eine sehr gute und vielseitige Leistung auf der Reise erhalten haben.

Gesamteindruck

Eine Kreuzfahrt zu bewerten ist niemals ganz einfach. Schließlich kommt es nicht nur auf das Schiff, sondern auch auf die Fahrtgebiete und eigenen Interessen an. Die Karibik ist natürlich ein Traumziel und auch das Schiff hat uns sehr gut gefallen. Zwar merkt man dem Schiff an einigen Stellen sein Alter an, doch sowohl die Technik als auch das Interieur entsprechen modernen Standards. Leider trüben Kleinigkeiten, wie alte Telefone und Föhne, den ansonsten sehr guten Gesamteindruck. Die Crew war insgesamt sehr freundlich, so dass wir uns zu jeder Zeit wohlgefühlt haben. Das „Premium Alles Inklusive“ Konzept hat überzeugt und ließ keine Wünsche offen. Nur die Kabinen im Heckbereich sind das wohl größte Manko auf der Mein Schiff 1. An dieser Stelle kann wohl leider nichts mehr gemacht werden. Wir hoffen umso mehr, dass dieses Problem auf der Mein Schiff 3, die schließlich neu gebaut wird, nicht mehr besteht. Betrachtet man aber das Gesamtpaket von TUI Cruises, so stellen wir fest, dass das Wohlfühlkonzept insgesamt aufgeht.

Was uns sehr gut gefallen hat, sind die zahlreichen kleinen Aufmerksamkeiten an Bord, wie z.B. die Rose auf der Kabine oder die täglich wechselnden Schokoladen. Es ist auch erlaubt die schiffseigenen Handtücher mit an Land zu nehmen und das ohne Kaution. So etwas erlebt man nur noch selten. Zu guter Letzt ist uns ebenfalls positiv in Erinnerung geblieben, dass man auf dem Schiff keine Klassenunterschiede bemerkt. Egal ob Innenkabine oder Suite, die Gäste waren bunt gemischt und alle sehr freundlich. Bis auf die erwähnte X-Lounge gab es auf dem Schiff keine weiteren „VIP-Räume“.
Zum Schluss bleibt damit die Frage, für wen eine Reise auf der Mein Schiff 1 geeignet ist. Wer den guten Standard eines deutschen Hotels auch im Urlaub nicht missen möchte, mit einer eher gemäßigten Unterhaltung am Bord auskommen kann und vielmehr nach Ruhe und Entspannung sucht, der wird auf der Mein Schiff 1 eine gute Kreuzfahrt erleben. An vielen Stellen wird der deutsche Einschlag auf dem Schiff, im Vergleich zu amerikanischen oder italienischen Reedereien, deutlich. Der Mix aus Stilsicherheit (weniger bunt mehr Eleganz), deutscher Präzession und Fleißarbeit hat uns sehr gut gefallen.

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